Zeittafel

Zeittafel

1578

1578Gründung der „Bürger­gilde zu Neumünster“ auf gegenseitige Hilfe bei Brand, Not und Tod.
 

1600

Die Gilderolle von 1654
Die erste Seite der Gilderolle von 1654

1628Wäh­rend des Dreißig­jähri­gen Krieges fallen die Heere Tillys und Wallen­steins in Hol­stein ein und plündern und brand­schatzen u.a. Neumünster. Im weiteren Verlauf des Krieges wird Neumünster wiederholt von schwedischen, dänischen und kaiserlichen Truppen besetzt und geplündert.
1637Ein Großbrand äschert den gesamten Flecken Neumünster ein.
1648Der Westfälische Friede be­endet den Dreißig­jähri­gen Krieg.
1654Gildevorsteher Hans Wulf und Hans Dibbern fassen die Bestimmungen der Gilde zusammen und lassen diese – auch Gilderolle genannt – von Herzog Friedrich III. auf Schloß Gottorf unterzeichnen.
1659Herzog Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf stirbt. Herzog Christian-Albrecht über­nimmt die Regierung des herzög­lichen Anteils.
1695Herzog Friedrich IV. übernimmt die Amts­ge­schäfte.
 

1700

Zeittafel: Trinkkanne der Bürgergilde zu Neumünster seit 1578
Die „silberne, verguldte Trinkkanne“ von 1735 mit den Initialen des Herzogs Carl-Friedrich

1700Beginn des großen Nor­di­schen Krieg (bis 1721). Am 29. April wird in Stockholm Herzog Carl-Friedrich ge­boren.
1702Herzog Friedrich IV. stirbt auf dem Schlacht­feld und hinter­lässt seinen unmün­digen Sohn Herzog Carl-Friedrich.
1713Däne­mark besetzt die gottorf­ischen Lan­des­tei­le. Herzog Carl-Friedrich und seine Regie­rung müssen sich nach Kiel zurück­ziehen.
1720Herzog Carl-Friedrich von Holstein-Gottorp besucht nach seiner Mündigerklärung und Übernahme der Regierung häufig die Neumünsteraner Gilden.
1725Herzog Carl-Fried­rich gewährt dem jewei­ligen König der Neu­müns­tera­ner Gilden für ein Jahr Steuer­frei­heit.
1726Die herzog­liche Rent­kammer zu Kiel verfügt eine jähr­liche Apanage von 16 Talern an den jeweiligen König der Neu­münsteraner Gilden.
1728Am 21. Februar wird Herzog Carl Peter Ulrich – der spätere Zar Peter III. – im Kieler Schloss geboren.
1735Herzog Carl-Friedrich übernimmt die Schutz­herrschaft über die Bürgergilde und schenkt ihr ein „goldenes Schild“ und eine „saubere, blaue Fahne“. Aus Bewunderung für das französische Militär und im Besonderen für das Elitecorps der „Grand Musketiers“ initiert er die Bildung eines solchen Corps. Aus diesem Grunde bekommen auch Gildevorstand und Offiziere französische Dienstgrade.

Zeittafel: Caspar-von-Saldern Haus in Neumünster
Das im Jahr 1746 für den Amtsverwalter Caspar von Saldern fertiggestellte Amtshaus, das heutige „Caspar-von-Saldern-Haus“

1736Als Caspar von Saldern Amts­schrei­ber von Neu­müns­ter wird, ordnet der Herzog den gemein­samen Kirch­gang vor dem Schießen an. Bisher wurde nur eine geistliche Verrichtung durch den Gildeschreiber zelebriert.
1739Nach dem Tode des Herzogs Carl-Friedrich löst sich das Corps der Grand Musketiers wieder auf. Der Gildevorstand und die Offiziere behalten aber ihre französischen Dienstgrade.
1747Es werden neue Bestimmungen für die Tätigkeit der Bürgergilde ausgearbeitet. Alle Vor­schriften über Brand­hilfe, Beerdigungen, Schießen, Gilde­halten und Wahlen werden erweitert und bilden somit die Gilderolle Anno 1747.
1748Amts­ver­walter Caspar von Saldern lässt für alle Bürger, die keiner Gilde angehören, ein „Lust­vogel­schießen“ abhalten. So entsteht eine Art „Frei­schütz­gilde“, der er die vom Herzogshaus gestiftete blaue Fahne der Bürgergilde mitführen lässt. Weiterhin lässt er eine Betstunde, wie sie nur priviliegierten Gilden zusteht, abhalten. Da sich Caspar von Saldern auf Schloss Gottorf ohnehin bereits missliebig gemacht hat, wird er wegen dieses „Eingriff in die Rechte des Fürsten“ seines Amtes enthoben und muss aus diesem Grund im Jahre 1749 sein Amtshaus räumen.

Zeittafel: Herzog Carl Peter Ulrich als Zar Peter III. vor seinem Geburtshaus, dem Kieler Schloss
Herzog Carl Peter Ulrich als Zar Peter III. vor seinem Geburtshaus, dem Kieler Schloss

1751Groß­fürst Carl Peter Ulrich von Russ­land – der spätere Zar Peter III. – bestä­tigt als Herzog von Holstein-Gottorf die Gilderolle von 1654 mit den Abände­run­gen von 1735 und 1747. Als Holsteiner Prinz war er mit seinem Vater, Herzog Carl-Friedrich, öfter in Neumünster. 1762 besteigt er als Pjotr Fjodorowitsch den Zarenthron, wird aber im gleichen Jahr ermordet.
1763Der Gildeschreiber legt ein neues Gildebuch an, welches bis 1857 in Gebrauch sein wird. In diesem Buch wird erstmalig der Besitz einer „silbernen, verguldten Trinkkanne“ erwähnt. Aus diesem Becher trinken bis heute die neuen Gildebrüder am Tage ihrer Aufnahme. Der Becher trägt die Jahreszahl 1735 und in den Boden ist „Burgergilde“ eingraviert.
1767Der Landesfürst Herzog Paul Petrowitsch wird König der Bürgergilde. Herzog Paul ist zu diesem Zeitpunkt erst zwölf Jahre alt, die Verwaltung des Herzogtums liegt vorwiegend in den Händen von Caspar von Saldern.
1769Zu Himmelfahrt beschließt die Bürgergilde, keine neuen Mit­glieder auf­zuneh­men, da die Anzahl derselben „complet“ sei (Die Bürgergilde hat zu dieser Zeit etwa 85 Mitglieder).
1775Es wird darüber gesprochen, ob es sinnvoll sei, die beiden Neumünsteraner Gilden zu vereinigen.
1780Am 11. August wütet der „große Brand“ in Neumünster. In der Bruhns­straße (heute: Plöner Straße), am Groß­flecken und in der Wit­torfer Straße bren­nen insge­samt 46 Wohn­häuser und 39 Neben­ge­bäude ab. Noch im sel­ben Monat wird in Kopen­hagen der Wie­der­auf­bau des Fleckens angeordnet.
1787Ein weiteres großes Feuer ver­nichtet auf dem Kleinflecken 37 Häuser.

Die Gildelade der Bürgergilde zu Neumünster seit 1578
1797 wird erstmalig die Lade der Bürgergilde zu Neumünster seit 1578 erwähnt

1788Die Herzog­tümer bekommen mit dem „Schleswig-Holstein Courant-Geld“ ihre eigene Silber­wäh­rung. Sie orien­tiert sich an der seit 1622 benutzten Teilung von Lübeck und Hamburg und sollte auch im Wert gleich sein mit der dort bereits 1727 gemeinsam eingeführten Courant­währung. 1 Courant = 60 Schilling.
1791Das Gildebuch bringt erstmalig wieder eine Eintragung, wonach die Ausgaben mit den Einnahmen „balancieren“. Der Gilde­schreiber beginnt ein neues Proto­kollbuch. Es wird 141 Jahre bis 1932 in Benutzung bleiben. Es dokumentiert eine langsame aber stetige Entwicklung der Bürgergilde von der Notge­meinschaft zu einem Mittelpunkt zur Pflege von Freundschaft und Geselligkeit.
1792Die Bürgergilde benötigt eine neue Fahne, da die von Herzog Carl-Friedrich gestiftete blaue Fahne – vermutlich bei den großen Bränden – verloren ging.
1797Bei einer Inventur durch den Gilde­schreiber wird erstmalig die – noch heute vorhandene – Lade der Bürgergilde erwähnt. Die hand­geschmiedeten Nägel lassen vermuten, dass diese Lade schon bei der Gründung 1578 angeschafft wurde.
 

1800

Zeittafel: Königskette der Bürgergilde zu Neumünster seit 1578
Gildebruder Janssen lässt im Jahre 1801 als König die Königskette vergolden

1801Gilde­bruder Jans­sen lässt als König die Königs­kette vergol­den. Zur General­ver­samm­lung wird be­schlos­sen, dass die ge­samte Gilde mit „runden Hüten“ (Vor­gänger der Zylinder) zum Schießen aus­zumarschieren habe.
1803Der Gilde­schreiber erhält zukünftig ein Jahres­gehalt von drei Talern.
1807Es wird erstmalig wieder am Mittwoch nach Pfingsten geschossen.
1808Es wird wieder eine neue Gilderolle ausgearbeitet und zur Bestätigung nach Kopenhagen geschickt. Wenn auch noch die Hilfe bei Brand, Not und Tod an erster Stelle steht, werden die Leistungen hierfür erheblich reduziert. Erweitert hingegen sind die Bestimmungen beim Gildehalten und beim Schießen nach dem Vogel. Die Schießtag ist nunmehr für ständig auf den Mittwoch nach Pfingsten gelegt.
1813Es werden in den Herzogtümern die neuen un­geliebten dänischen Reichs­banktaler eingeführt.
Die Bürgergilde beschließt, dass nicht nur sesshafte Bürger aufgenommen werden können, sondern auch deren Söhne, wenn zwei Bürgen für Betragen und Sicherheit einstehen.
1815Die am 31. Juli stattgefundene Krönung seiner Majestät König Friedrich VI. von Dänemark und Norwegen wird von den Bewohnern des Flecken Neumünster und den hiesigen Gilden aufs festlichste begangen. Zwölf Jahre zuvor war Friedrich VI. – als Kronprinz Friedrich – König der Bürgergilde.
1821Beim Schießen erweist sich der Vogel als viel zu kräftig. Der Königsschuss fällt erst am folgenden Tag abends gegen 21 Uhr.

Zeittafel: Vicelinkirche
Die Grundsteinlegung der neuen Vicelinkirche findet 1829 statt. 1834 wird das Bauwerk vollendet und gilt seitdem als bedeutendster klassizistischer Kirchenbau in Schleswig-Holstein

1829Für die neue Vicelin­kirche wird der Grund­stein gelegt. Die Bürger­gilde nimmt daran teil, nachdem in einer provi­sorischen Kirche – einem ehema­ligen Tanzsaal – ein Gottes­dienst abge­halten wurde.
1835Die im Jahre 1808 zur Confirmation nach Kopenhagen gesandte Gilderolle ist trotz Anmahnung immer noch nicht zurück­gekommen. Ein neue Gilderolle ist ent­worfen und wird ebenfalls zur Confirmation nach Kopenhagen gesandt.
1837König Friedrich VI. bestätigt – als Herzog von Schleswig und Holstein – die neue Gilderolle. Gildebruder Renck reist zur Erlangung des Dokumentes auf Gildekosten nach Kopenhagen.
1844„Wanke nicht, mein Vaterland“ lautet der eigentliche Titel des „Schleswig-Holstein Liedes“, welches auf dem Schleswiger Sängerfest vorgestellt wird. In dem Lied wird der Wunsch nach einem geeinten, unabhängigen und einem deutschen Schleswig-Holstein besungen. Durch dieses Sängerfest findet auch die blau-weiß-rote Fahne schnell große Verbreitung.
1847Aufgrund der „schleswig-holsteinischen Erhebung“ fällt das Schießen in diesem und in den folgenden Jahren aus.
1859Die Bürger­gilde be­schließt, dass Mit­glieder, die wegen einer Not­lage zah­lungs­unfähig wer­den und des­wegen aus­scheiden, später jeder­zeit wieder ein­treten können.

Zeittafel: Gildebuch der Bürgergilde zu Neumünster seit 1578
Das Gildebuch von 1763 bis 1857, in dem erstmalig der Besitz einer „silbernen, verguldten Trinkkanne“ erwähnt wird

1861Gold­schmied Selck wird mit der Lieferung der silbernen Schieß­preise be­auf­tragt. Ess­löffel für die großen und Tee­löffel für die kleinen Gewinne.
Auf Vorschlag des Vor­standes be­schließt die Gilde­versamm­lung für alle Gildebrüder folgende neue Gildeuniform: „Schwarze Hose, russischgrüner Waffenrock mit aufstehendem Kragen sowie russischgrüner Mütze“. Wegen Schwierigkeiten in der Beschaffung wird die alte Kleidung – weiße Hose, schwarzer Kleiderrock, schwarzer Hut – vorerst beibehalten.
1864Der Deutsch-Dänische Krieg endet im Oktober mit dem Frieden von Wien. Preußen erhält das Herzogtum Sachsen-Lauenburg und das Herzogtum Schleswig, Holstein fällt an Österreich.
1866Preußen besetzt das österreichische Holstein. Dies wird der formale Grund für den Deutschen Krieg, in dessen Folge Preußen Holstein annektiert und aus allen drei Gebieten 1867 die preußische Provinz Schleswig-Holstein bildet.
1867Es macht sich eine gewisse Gilde­müdigkeit breit. Neu­auf­nahmen sind nicht verzeichnet.
1869Die General­ver­samm­lung beschließt bei Anwesen­heit von 18 Mitglie­dern einstimmig, die Bürgergilde nicht aufzulösen. Lieutenant Detlef Sievers wird einstimmig zum Capitain gewählt.
1870Am 5. April erhält Neumünster die Stadtrechte.

Zeittafel: silberne Schießpreise der Bürgergilde zu Neumünster seit 1578
1861 wird Goldschmied Selck mit der Lieferung der Schießpreise (silberne Löffel) beauftragt

1871Eine neue Gilde­rolle wird in Kraft gesetzt. Sie ist ge­prägt von der politi­schen Situa­tion, vom Krieg und von der Zu­ge­hörig­keit zu Preußen. Nach dem Ende des Krie­ges ge­gen Frank­reich blüht das Gil­de­le­ben unter Capitain Sievers auf. Dabei ent­wickelt sich die Bürgergilde zum Sammel­becken vieler Bürger zur Pflege der Tradition und Freundschaft.
1874Das Kassen­buch weist ein Vermögen von 2129 Mark Lübsch aus. An Aus­gaben ver­zeichnet das Kassen­buch mehrfach Spenden, u.a. für das große Armen­haus und für eine Schulorgel.
1878Zur 300-Jahr-Feier wird ein gemeinsames Jubiläums­fest mit der Jacoby-Bürgergilde abgehalten.
1883Im Zuge der Sozial­gesetzgebung führte Otto von Bismarck die Kranken­versicherung und die Unfall­versicherung (1884) ein.
1887Die Polizeibehörde stellt Bedingungen für das Schießen. Die Schieß­richtung wird festgelegt und mit roten Fahnen abgesteckt. Zusätzlich müssen Wachen aufgestellt werden.
 

1900

Zeittafel: Capitain Detlef Sievers der Bürgergilde zu Neumünster seit 1578
Capitain Detlef Sievers ( X ) beim Vogelaufbringen am Vorabend des Schießens am „Forsthaus“ im Jahre 1901. Detlef Sievers stand 51 Jahre der Bürgergilde als Capitain vor.

1901Es wird erst­malig am „Forst­haus“ im Stadt­park ge­schossen.
1903Die Bürger­gilde hat 63 Mit­glieder. Der Ein­marsch am Abend mit König Wilhelm Köster ver­läuft recht turbulent und findet unter reger Anteil­nahme der Bevöl­kerung statt. Beim Pas­sieren der Bahn­schienen müssen verschiedene Eisen­bahn­züge warten und können nur mit Verspätung abfahren. Die Hoch­legung des Neu­müns­teraner Bahn­hofes wird erst ein Jahr später ab­ge­schlossen sein.
1910Capitain Detlef Sievers wird – in Anerken­nung seiner Verdienste als Stadtrat – das Ehren­bürger­recht der Stadt Neumünster verliehen.
1913Beim Schießen ist die Eisen­platte des Vogels zu mächtig. So wird das Schießen gegen 21:00 Uhr abge­­brochen und Edwin Rudolf Geussenhainer als Gilde­könig „ausgelost“.
1914König Edwin I. Geussenhainer lädt die Bürgergilde zum Ball ein, der aber wegen des beginnenden Krieges abgesagt wird. Ein Gildeleben findet bis 1919 nicht statt.
1920Am 17. Februar verstirbt Capitain Detlef Sievers im Alter von 93 Jahren. Er stand 51 Jahre der Bürgergilde als Capitain vor. Auf der Himmel­fahrts­ver­sammlung wird Christian Meßtorff zum neuen Capitain gewählt. Er lehnt es jedoch ab, eine Uniform zu tragen, akzeptiert dann schließlich, dass an seiner weißen Hose, zum Zeichen seines Ranges, goldene Biesen angebracht werden.
1922Neues Gildehaus wird wieder das „Bahnhofshotel“. Zu Himmel­fahrt hängt die Gilde­fahne vom Balkon herab.
1924Von der Erstattung des Kassenberichts wird Abstand genommen, weil der Bestand von 7575 Mark „gänzlich zu einem Nichts zerronnen ist“. Die Inflation ist auf ihrem Höhepunkt.

Zeittafel: Die alte Fahne der Bürgergilde zu Neumünster seit 1578
Die alte Gildefahne wird nur noch zu besonderen Anlässen und zur Generalversammlung entrollt

1925Erst­malig wird wieder das Vogel­schie­ßen ab­gehal­ten. Damit endet – nach zwölf Jahren – die Regent­schaft von „Edwin, dem Dauer­haften“.
1928Die Züge werden neu eingeteilt. Der 1. Zug setzt sich aus 2/5 und der 2. Zug aus 3/5 der Mitglieder zusammen. Die 16 altgedientesten Gildebrüder des 1. Zuges bilden das Corps der Grand Musketiers nach alter Tradition als „Beirat des Vorstandes in schwierigen Fällen“.
1929Das Stadt­wappen Neu­müns­ters wird um die Fabrik­silhou­ette mit den fünf Schorn­steinen erweitert. Im April 1930 genehmigt das Staats­minis­terium den Neu­müns­tera­nern ihr neues Wappen. Seitdem ist das Hoheits­zeichen der Stadt unver­ändert.
1930Capitain Meßtorff legt aus Alters­gründen sein Amt nieder. Neuer Capitain wird Dr. Hans Thode.
1932Bei der General­versamm­lung wird eine sehr geringe Beteili­gung registriert. Die wirtschaft­liche Notlage mit über 5 Mio. Arbeits­losen geht auch an den Gilde­brüdern nicht spurlos vorüber.
1935Auf der Himmel­fahrts­versamm­lung wird der bisherige Adjutant Wilhelm Bartram zum Capitain ernannt.
1939Die Bürger­gilde verlegt ihren Schieß­platz in die städ­tischen Schieß­anla­gen im Stadt­park, dem heu­tigen Tier­park. Es wird das letzte Schießen bis 1951 sein.
1945Beim großen Bomben­angriff auf Neumünster wird die neue Gilde­fahne im Hause des Fahnen­trägers Karl Bartram vernichtet.
1949Der erste gewählte Schleswig-Holsteinische Landtag verabschiedet am 13. Dezember die „Landessatzung für Schleswig-Holstein“. Diese tritt am 12. Januar 1950 in Kraft, damit hat sich Schleswig-Holstein als Bundesland der Bundes­republick Deutschland konstituiert.

Antreten vor dem Gildehaus Zur Wappenklause
Majestät Dr. Walter Jenkel und Capitain Heinrich Rowedder schreiten 1967 vor dem neuen Gildehaus „Zur Wappenklause“ die Reihe der Gildebrüder ab

1951Im Mai verstirbt der frühere Capitain Dr. Hans Thode.
1957Der Fah­nen­träger Karl Bartram legt nach 45jähriger Tätig­keit sein Amt nieder. Neuer Fah­nen­träger wird Hans Braasch.
1961Im September verstirbt Capitain Wilhelm Bartram. Er war 26 Jahre Capitain der Bürgergilde zu Neumünster seit 1578.
1962Auf Vorschlag des Vorstandes wählt die General­versammlung einstimmig den Adjutanten Heinrich Rowedder zum Capitain.
1967Zum neuen Gildehaus wird das Hotel „Zur Wappenklause“ bestimmt.
1968Lieutenant Bartram stellt zur General­versammlung eine Anzahl Lieder für gemeinsame Gesänge zusammen, u.a. das „Schleswig-Holstein Lied“.
1971Die Gilde­kirche wird reno­viert. Daher findet der morgend­liche Gottes­dienst in der Anschar­kirche statt.
1974Erst­malig lädt die hiesige Holstenbrauerei zu einer Prüfung des extra gebrauten Gildebieres ein. Diese sogenannte Bierverkostung findet nunmehr jährlich statt.
1977Auf Vorschlag der Bürgergilde benennt die Rats­versammlung der Stadt Neumünster eine Straße in der neuen Garten­stadt zu Ehren des Ehren­bürgers und lang­jährigen Capitains der Gilde in „Detlef-Sievers-Straße“.

Gildehaus der Bürgergilde zu Neumünster seit 1578
Das Schild der Bürgergilde am Gildehaus „Landgasthof Wilhelmsruh“ in Neumünster-Brachenfeld

1978Aus Anlass des 400jährigen Bestehens der Gilden finden einige ge­mein­same Ver­anstal­tungen statt, u.a. ein „Flecken­fest“ auf dem Klein­flecken und erst­malig ein gemein­samer Ball in der kleinen Hol­sten­halle.
1979Die Gildeversammlung beschließt auf Vorschlag des Vorstandes, die Mitgliederanzahl auf maximal 120 Gildebrüder zu beschränken.
Majestät Uwe Braasch lässt die Königskette neu vergolden.
1980Der Vorstand hält die Anlegung einer neuen Gilderolle mit klaren Aussagen für nötig. Sie wird der Himmel­fahrts­ver­sammlung vorgelegt und von dieser bestätigt.
1983Jens Bartram wird auf der 400. General­ver­samm­lung zum neuen Capitain gewählt, nach­dem der lang­jährige Capitain Heinrich Rowedder aus gesund­heitlichen Gründen sein Amt nieder­gelegt hat. Heinrich Rowedder wird zum Ehren­capitain ernannt.
1989Das Gilde-Grünkohlessen – initiert von der amtierenden Majestät Dr. Peter Paul „Heischi“ Müller – wird in den folgenden Jahren zu einer festen Tradition.

Zeittafel: Gilde-Doppeleiche
Die „omnibusfeste“ Einfriedung der Gilde-Doppeleiche auf dem Kleinflecken wird 1999 eingeweiht

1990Seit dem 24. Mai werden die General­ver­samm­lungen am Himmel­fahrts­tag im Gilde­haus „Landgasthof Wilhelmsruh“ in Neumün­ster-Brachenfeld abge­halten.
1991Die Bürgergilde beschließt, sich für das Bürgerstift in der Goebenstraße zu engagieren, und dieses mit Rat, Tat und Spenden zu unterstützen.
1998Es werden von den Gildebrüdern „Maßnahmen der Bürgergilde zu Neumünster seit 1578 im Gildejahr 1998/1999 zur Erneuerung und Aktivierung des Gildegeschehens im kommenden Jahrhundert“ beschlossen.
1999Am 13. Mai wird die „omnibusfeste“ Einfriedung der Gilde-Doppeleiche auf dem Kleinflecken offiziell eingeweiht.
Die Bürgergilde veranstaltet am Sonnabend vor dem dritten Advent zum ersten Mal einen Punsch­verkauf auf dem Großflecken zugunsten des Bürgerstiftes. Diese Veran­staltung findet nunmehr jedes Jahr statt.
 

2000

Zeittafel: Gildejubiläum der Bürgergilde und der Jacoby-Bürgergilde
Die Einladung zum 425-jährigen Gildejubiläum

2002Am 1. Januar wird der Euro als neue Wäh­rung einge­führt.
2003Mit seinem Königs­schuss schießt sich Capitain Jens Bartram zum König, nachdem er auf der General­versammlung seinen Rück­tritt als Capitain zum nächsten Jahr angekündigt hat.
Dieses Jahr steht ganz im Zeichen der 425-Jahrfeier der Bürgergilde und der Jacoby-Bürgergilde am 13. und 14. Juni. Die Jubiläums­veranstaltungen enden mit einem gemeinsamen Festball in der Stadthalle.
2004Auf der General­versammlung am Himmel­fahrts­tag wird Dr. Ulf-Christian Mahlo als neuer Capitain gewählt. Majestät Jens Bartram wird zum Ehren­capitain ernannt.
2006Der amtierende Minister­präsident Schleswig-Holsteins, Peter Harry Carstensen, erscheint zur General­versammlung.
2008Neumünster richtet den „Schleswig-Holstein-Tag“ aus. Beide Gilden betei­ligen sich am – fast zwei Stunden andauernden – Fest­umzug durch die Stadt.
2011Beide Gilden beteiligen sich an den Feier­lich­keiten zur Eröffnung des neu gestalteten Klein­fleckens. Mit einem Fest­umzug geleiten die Gilden Stadt­präsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek und Ober­bürger­meister Dr. Olaf Tauras vom Rathaus zum Klein­flecken.
2013Majestät Stefan Andresen von der Jacoby-Bürger­gilde und Majes­tät Heiner Schulz-Hildebrandt ini­ti­ieren und organi­sieren zum 31. August mit dem „Gilden­zauber“ ein gemein­sames „Oktober­fest“ für beide Gilden im Bistrorant im Tierpark.
2015Mit einem ge­mein­samen Um­zug vom Caspar-von-Saldern-Haus zum Fest­gottes­dienst in der Vicelin­kirche betei­ligen sich bei­de Gil­den im April an den Feier­lich­keiten zur 888-Jahr-Feier der Stadt Neumünster.

Zeittafel: Platz der Gilden
Seit dem 22. Mai 2018: „Platz der Gilden“

2018Seit dem 22. Mai heißt der Platz an der Gilde-Doppel­eiche auf dem Klein­flecken vor dem Museum Tuch+Technik: „Platz der Gilden“.
Das Schießhaus auf der Vogel­wiese im Tierpark ist marode und muss saniert werden. Beide Gilden beteiligen sich an den Sanie­rungs­kosten.
2019Am 8. Februar verstirbt Ehrencapitain und Ex-Majestät Jens Bartram. Unter großer An­teil­nahme der Gilde­brüder und Gilde­schwes­tern wird er am 20. Februar auf dem Alten Friedhof in Neu­münster bei­gesetzt.
Am 17. April verun­glücken Gilde­vor­steher Klaus Ulrich und seine Frau töd­lich bei einem schweren Bus­un­glück auf Madeira.

 

Titelbild: Neumünster, gezeichnet von Uwe Bangert (2000)